Jack @ work
1. Arbeitstag: 21. Januar 2010
An seinem ersten Tag als Haus- und Besuchshund des Loreley-Seniorenzentrums in Oberwesel wurde Jack im Alter von gerade einmal 11 Wochen ganz offiziell sowohl dem Team als auch den Bewohnern und Angehörigen vorgestellt und zog mit Körbchen, Wassernapf und nem Berg von Spielzeug ins Büro von Frauchen Yvonne und deren Kollegen mit ein.
Bei Bewohnern, Angehörigen sowie Mitarbeitern ist er seither ein stets willkommener Gast und bringt manchmal ganz schön Leben in die Bude... Und wie viele Hunde können von sich behauptet, sie hätten in einer Einrichtung des Gesundheitswesens eine eigene, ganz persönliche Verfahrensanweisung (Hygieneplan)?! =)
Pressetermin: 27. April 2010
Der 27. April 2010 war ein ganz besonderer Arbeitstag für Jack & mich: Eine Mitarbeiterin der Pressestelle unserer GmbH hatte sich zum Interview und Fotoshooting angemeldet. Jack verhielt sich während des gesamten Termins fabelhaft!
Bin stolz auf meinen kleinen Schatz und schon gespannt auf die Veröffentlichungung im Juli im "Marienhaus-Echo" sowie in der Loaklpresse...
28. Juli 2010: Veröffentlichung im Marienhausecho (03/2010) "Du bist aber ein liebes Kerlchen!"
Hier der Artikel nochmal in "Großformat":
„Jack, gib Pfötchen“, befiehlt Fr. S.. Behutsam gibt Jack der 92-jährigen alten Dame seine Pfote und bekommt dafür ein Leckerli. Seit Anfang des Jahres ist der Australian Shepherd als Therapiehund im Loreley-Seniorenzentrum im Einsatz. Yvonne Görk, stellvertretende Wohnbereichsleitung, bildet den mittlerweile sechs Monate alten Hund zum Therapiehund aus. Schon mit zehn Wochen hat sie Jack regelmäßig zur Arbeit mitgenommen. „So konnten wir ihn behutsam an unsere Bewohner und Mitarbeiter heranführen und diese sich an den quirligen Vierbeiner gewöhnen“, erklärt Görk. Inzwischen ist Jack überall ein gern gesehener Gast und wird oft sehnsüchtig erwartet.
Obwohl sich Jack noch in der Ausbildung befindet, ist es erstaunlich, wie sensibel er mit den Bewohnern umgeht. Die 92-jährige Fr. S. hat Erfahrung mit Hunden. „Ich hatte früher einen Rottweilermischling“, erinnert sie sich. Sie spielt mit dem jungen Hund und lacht, als er ihr seine Vorderpfoten auf den Schoß legt. „Du bist aber ein liebes Kerlchen“, freut sich Fr. S. über die Zutraulichkeit und streichelt ihm den Kopf. Ihre Zimmernachbarin Fr. D., die Fr. S. gerade besucht, beobachtet die Situation. „Ich habe zwar keine Angst vor Hunden, aber ich bin vorsichtig“, meint sie. Jack spürt das und geht mit ihr viel ruhiger um. Er setzt sich vor sie und lässt sich kraulen.
„Vor allem bei Bewohnern mit Demenz haben wir mit Jack gute Erfahrungen gemacht“, berichtet Yvonne Görk. Die 82-jährige Fr. H. hat schwerste Demenz und ist bereits bettlägerig. „Sie ist ganz in ihre Welt versunken und reagiert nur noch selten auf Ansprache“, erklärt Görk. Als sie mit Jack an ihr Bett kommt, wird ihr Blick aufmerksamer. Behutsam führt Görk die Hand der alten Dame in das weiche Fell des Hundes. Automatisch beginnt sie Jack zu streicheln, und dieser bleibt konzentriert am Bett sitzen. Als Yvonne Görk die alte Dame fragt, ob sie mit Jack bald wiederkommen solle, huscht ein Lächeln über ihr Gesicht. „So können wir unseren Bewohner ein bisschen mehr Lebensqualität geben“, freut sich Görk über den Erfolg.
„Damit Jack ins Loreley-Seniorenzentrum kommen konnte, war einiges an Vorbereitung notwendig“, erläutert Fr. Lehnen, die Heimleiterin. So gibt es für ihn zum Beispiel eine eigene Verfahrensanweisung. Dort sind unter anderem die hygienischen Voraussetzungen festgehalten. Sobald Jack seine Ausbildung beendet hat, soll er voll in den Tagesablauf des Loreley-Seniorenzentrums integriert werden. Es ist zum Beispiel geplant, dass Bewohner mit ihm spazieren gehen oder er ihnen einfach mal Gesellschaft leistet. „Auch möchte ich mich mit Jack verstärkt um unsere an Demenz erkrankten Bewohnern kümmern“, beabsichtigt Görk.
Besuchsdienst der Hundefreizeit Fleckertshöhe e.V. im Altenheim Mühlbad, 22.10.2010
Am 22. Oktober 2010 war es wieder soweit – der „Besuch auf leisen Pfoten“ im Altenheim Mühlbad in Boppard stand an.
Diese Mal gab es Aussie-Power im Doppelpack: Die Hundeteams Bianca mit der schwarzen Hündin Fay und Yvonne mit dem braunen Rüden Jack sorgten bei den Bewohnern des Seniorenheims für Action und gute Laune.
Die beiden einjährigen Hunde zeigten sich von ihrer „besten“ Seite: verschmust und für jedes Leckerchen zu haben animierten die beiden Menschenfreunde zum Streichen, Lachen und Erzählen.
Das weiche Fell der beiden Australian Shepherds begeisterte die Senioren ebenso wie deren kleine Tricks und das gemeinsame Spiel mit einem Kuscheltier.
Die Kommunikation (verbal wie nonverbal) ist ein großer Bestandteil an der Besuchsdienstarbeit mit Hunden. Über den Kontakt zu den Tieren werden insbesondere bei Menschen mit dementiellen oder anderen psychischen Erkrankungen häufig „Türen geöffnet“. Menschen, die wir über die logische, kognitive Ebene längst nicht mehr erreichen können, deren emotionale Antennen jedoch noch „auf Empfang“ stehen. Sie erinnern sich, während sie das weiche Fell streicheln, die wertfreie Zuneigung spüren und dem Hecheln lauschen, und beginnen plötzlich zu erzählen. Ob dabei die zeitliche Abfolge stimmig oder der Name des längst verstorbenen vierbeinigen Begleiters noch im Gedächtnis ist, ist nicht wichtig. Es gibt kein Wahr oder Falsch, sondern nur Gefühle - positive Emotionen, wenngleich auch meist mit einem wehmütigen Anteil…
Auch wenn sich einige Bewohner bereits kurz nach unserem Besuch nicht mehr an uns erinnern werden, so sind die positiven Emotionen, die Fay und Jack an diesem Nachmittag bei den Heimbewohnern geweckt haben, auch nach unserem Gehen sicherlich noch lebendig.
